Förderungsmöglichkeiten beruflicher Weiterbildung

Die berufliche Weiterbildung ist einer der Stützpfeiler für die wirtschaftliche Entwicklung. Sie genießt nahezu konjunkturunabhängig ein hohes Ansehen bei Politikern "aller Farben". Dies bedeutet aber nicht, dass sie dauerhaft in gleicher Form und in gleichem Maße öffentlich gefördert wird.

Die folgende Übersicht über Fördermöglichkeiten ist daher Beispielhaft.

AufstiegsBAföG

Diese Förderung darf nicht mit dem Schüler- oder Studenten-Bafög verwechselt werden, das auf anderer Gesetzesgrundlage basiert. Das heißt, dass eine Förderung über das AFBG auch dann möglich ist, wenn man bereits eine Förderung als Schüler und unter Umständen auch als Student erhalten hat. Über das AFBG besteht ein individueller Rechtsanspruch auf Förderung einer Aufstiegsfortbildung.

Also zum Beispiel zum/zur MeisterIn oder Geprüfter PoilierIn. Aber auch Bachelorabsolventen, die zusätzlich eine Aufstiegsqualifzierung anstreben, können gefördert werden. Ebenso Studienabbrecher oder Abiturienten mit Berufspraxis, wenn Sie die Voraussetzungen für die Zulassung zu einer entsprechenden Prüfung erfüllen. Die Förderung ist altersunabhängig. Angestrebt werden muss in der Regel ein sogenannter öffentlich-rechtlicher Abschluss, d.h. zum Beispiel ein staatlicher Abschluss oder Kammerabschluss. Weiterhin muss die Fortbildung mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen und i.d.R. - bei berufsbegleitenden Fortbildungen - im Durchschnitt mindestens 18 Unterrichtsstunden je Monat aufweisen und bei Vollzeitlehrgängen in der Regel mindestens 25 UE an 4 Unterrichtstagen/Woche vorsehen.

Förderbar sind die Lehrgangsgebühren und - bei Vollzeitlehrgängen - ein Beitrag zum Lebensunterhalt. Die Lehrgangsgebühren werden einkommens- und vermögensunabhängig gefördert und zwar mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss von 40 % und einem zunächst (bis zu 6 Jahren nach Beendigung der Fortbildung) zins- und tilgungsfreien Darlehen. Das Darlehen kann, aber muss nicht in Anspruch genommen werden. Dies ist aber empfehlenswert, weil es bei Bestehen der Prüfung einen Darlehenserlass von 40 % gibt. Ein weiterer Darlehenserlass wird unter Umständen bei Existenzgründungen gewährt.

Die Fördermittel für die Lehrgangsgebühren können - auch rückwirkend - bis zum letzten Tag der Fortbildung beantragt werden. Unterhaltsförderung gibt es ggf. erst ab Antragsmonat.

Weitere Informationen sowie Anschriften der Förderstellen finden Sie unter www.aufstiegs-bafoeg.de.

 

Bildungsgutschein

Förderungen nach SGB III sind möglich, wenn jemand arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist. Eine Bedrohung durch Arbeitslosigkeit liegt z.B. dann vor, wenn jemand in einem Arbeitsfeld tätig ist, für dass er/sie nicht einschlägig qualifiziert ist. Aber auch aus anderen Gründen kann bei Berufstätigen eine Weiterbildung angezeigt sein, um einen Arbeitsplatz zu erhalten. Insofern können auch Berufstätige bei Teilnahme an berufsbegleitenden Fortbildungen über Bildungsgutschein gefördert werden.

Voraussetzung ist in der Regel, dass der ausgewählte Bildungsträger sowie der Lehrgang nach AZAV zertifiziert sind. Ausnahmen sind in begründeten Einzelfällen (Anerkennung einer Weiterbildung im Einzelfall nennt sich das dann im Fachjargon) möglich.

Bei Bildungsgutscheinen ist noch folgendes zu beachten: die BeraterInnen der Arbeitsagenturen bzw. ARGEN fragen häufig nach einer sogenannten Maßnahmenummer. Diese erhalten wir als Anbieter erst dann auf Antrag, wenn ein erster Bildungsgutschein für den jeweiligen Lehrgang ausgestellt wurde. Weil Bildungsgutscheine maximal eine Gültigkeits- dauer von 3 Monaten haben, kann ein solcher frühestens 3 Monate vor dem geplanten Beginn eines Lehrgangs vorliegen.

Aufgrund der erforderlichen Bearbeitungszeiten der beteiligten Stellen (die Arbeitsagentur, die den Bildungsgutschein ausstellt, wir, die Arbeitsagentur, die die Maßnahmenummer vergibt) ist deshalb in der Regel erst ca. 6 Wochen vor Lehrgangsbeginn mit der Maßnahmenummer zu rechnen. Das Verfahren kann u.U. gerade durch Ihren Bildungsgutschein beschleunigt werden.

Bitte beachten Sie, dass es einen Bildungsgutschein immer nur dann geben kann, wenn vor Beginn der Teilnahme eine Beratung durch die Agentur für Arbeit oder ARGE/Jobcenter erfolgt ist.

 

WeGebAU und IFlaS - Sonderprogramme der Arbeitsagenturen

Die Abkürzung "WeGebAU steht für "Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen und die Abkürzung IFlaS für "Initiative zur Flankierung des Strukturwandels". Mit WeGebAU fördert der sogenannte Arbeitgeberservice der Arbeitsagenturen die Weiterbildung von gering qualifizierten Personenund älteren Arbeitnehmern, um deren Beschäftigungs- fähigkeit zu verbessern und Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Gefördert werden können z.B. die Weiterbildungskosten für ältere Arbeitnehmer, wenn der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt während der Weiterbildungsmaßnahme fortzahlt oder ein Zuschuss zum Arbeits- entgelt, wenn der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer unter Fortzahlung von Arbeitsentgelt freistellt. Ebenfalls können Weiterbildungs- kosten bei un- und angelernten Arbeitnehmern zum Nachholen eines Berufsabschlusses übernommen werden. Beim Programm IFlaS sind Geringqualifizierte (ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder "Wiederungelernte" - also Personen, die lange Zeit nicht in ihrem erlernten Beruf tätig waren - und zwar sowohl arbeitslose Personen wie auch von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen, aber auch BerufsrückkehrerInnen und WiedereinsteigerInnen die Zielgruppe. Gefördert werden können abschlussorientierte und "berufsanschlussfähige" Qualifiierungsmaßnahmen. Eine detaillierte Darstellung zu diesen Förderprogrammen ist von uns aus nicht möglich, so dass wir diesbezüglich auf die jeweils zuständigen Arbeitsagenturen verweisen müssen  

Arbeitsagentur

 

Förderung über Investitionsbank Sachsen Anhalt

Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt bietet Unternehmen in Sachsen-Anhalt Fördermöglichkeiten für geplante Maßnahmen der Weiterbildung aus Programmen der Europäischen Union und des Landes Sachsen-Anhalt.

IB Sachsen Anhalt

 

Förderung über Renten- oder Unfallversicherungsträger

Die Renten- und Unfallversicherungsträger orientieren sich erfahrungsgemäß an dem, was auch für die Arbeitsagenturen oder ARGEN Förderungsgrundlage ist. Allerdings sind die Ziele dieser Förderstellen nicht immer identisch, weil Rehabilitation eine "grundsätzlichere und generell langfristiger orientierte" Heranagehensweise nahelegt. Deshalb haben die Rehabilitationsträger in der Regel größere Spielräume hinsichtlich der Fördermöglichkeiten und es lassen sich ggf. auch individuelle Maßnahmen für einzelne Versicherte konzipieren. So haben wir beispielsweise schon "Gesamtmaßnahmen" konzipiert, die - unter unserem "Dach" - aus einem unserer Lehrgänge und über andere Bildungsträger realisierte Bildungsbausteine (z.B. zusätzliche EDV-Schulungen) bestanden oder in die wir (mit Betreuung/ Begleitung) unsererseits ergänzende Praktika zum Erfüllen von Prüfungszulassungsvoraussetzungen eingebaut haben.

Hinsichtlich weitergehender Informationen sprechen Sie bitte ggf. die zuständigen BeraterInnen Ihres Reha-Trägers an.

 

Berufsförderung nach dem Soldatenversorgungsgesetz

Auch die Berufsförderungsdienste der Bundeswehr haben teilweise mit den Arbeitsagenturen überschneidende Ziele und Maßstäbe, teilweise auch davon abweichende. Grundsätzlich können unsere Angebote als förderungsfähig angesehen werden. Erfahrungsgemäß stimmen Soldaten/Soldatinnen ihre berufliche Förderung in intensiver Beratung mit den für sie zuständigen Beratern des BFD ab, so dass wir hier auf eine weitergehende Darstellung der Fördermöglichkeiten verzichten.

 

Zu den verschiedenen Förderungen beraten wir Sie gern.

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Für weitere Informationen:

Ralf Körner Telefon: 0345 / 6134-504
  E-Mail: r.koerner@bauausbildung.de